Verantwortung in der Liebe

Man übernimmt Verantwortung, sobald man richtig liebt. Denn liebt man nach meiner Definition "richtig", so ist man "man selbst" als eine Person und "man selbst mit dem Partner" als andere Person.

Wenn man "richtig" liebt, so weiß man, wer man ist. Man weiß, wer man mit seiner Liebe ist und wer man ist. Man verschmilzt zwar, aber man verliert sich nicht.

Sicher, einige meinen, man liebe "richtig", wenn man nur die Person mit dem Partner ist. Ich finde nicht, dass man dann wirklich liebt. Denn liebt man "richtig", liegt einem alles daran, die Beziehung gut zu führen. Das kann man nur, wenn man sich reflektiert. Wenn man sein Agieren in der Person mit dem Partner distanziert betrachten und werten kann. Mit einem eigenständigen Denken. 

 

So übernimmt man Verantwortung. Zuvor übernahm man sie für sich selbst. Jetzt ist eine neue Art der Verantwortung da, lebt man in einer Beziehung, in der man "richtig" liebt. 

Damit die zweite Person in einem entstehen kann, braucht es Zeit und Vertrauen. Man öffnet sich und spürt, wie sehr man durch etwas Neues gefüllt wird, im besten Falle sogar erfüllt. Man kennt nun die eine Person des Partners (hoffentlich auch die andere), die nur durch einen selbst entsteht. Man weiß Geheimnisse, Gewohnheiten und Probleme. Würde man nun keine Verantwortung übernehmen, oder sagen wir, sich dessen nicht bewusst sein, so übernimmt man im Endeffekt keine Verantwortung für sein erarbeitetes Partner-Selbst. Um diese Verantwortung aber erst übernehmen zu können, braucht man sein eigenständiges Selbst.

So ist Verantwortung in allem, was man in seinem Partner-Selbst agiert, mit das Wichtigste. Übernimmt man die Verantwortung nicht und handelt ohne einen Blick darauf zu haben, handelt unachtsam und verletzend, gewaltvoll und lieblos, so zerfällt das neu aufgebaute Selbst. Da man den Teil in sich angreift, durch den es zustande kommen kann. 

Und ohne dieses andere Selbst steht man in keiner Beziehung

 

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