Winter

Ich sitze in meinem Zimmer, auf dem Bett wieder einmal. 

Blicke aus dem Fenster, sehe im Nachbarhaus ein einziges helles Zimmer.

Ach ja, die Küche von denen

Das Kätzchen ist am Fressnapf. Es dreht sich um, schlängelt sich elegant Richtung Fenster. 

Nananana, wenn du jetzt allein bist, denkst du, du kannst auf der Fensterbank herumstolzieren?

Ich bemerke, dass hinter der Wand neben dem Fenster jemand sitzt. Es läuft zurück zum Napf

Achsoo, jetzt geht's wieder zum Napf, um zu symbolisieren, dass es Hunger hat. 

Fehlinterpretiert, das Kätzchen frisst so genüsslich, das kann nicht gespielt sein.

Ja, wie man doch die Dinge so oft falsch betrachtet und manchmal nicht reflektieren kann, wie es wirklich ist. Der Emotionen wegen?

Ich denke an die Katze meiner verstorbenen Oma. Meine Oma erzählte mir einmal in ihrer Küche, die scheue Jacky hätte ihr Futter manchmal so gefressen, dass sie es einzeln aus dem Sitzen mit ihrer Kralle aufhob. 

Jacky suchte sich meine Großmutter aus. Sie ging einfach in ihr Haus und blieb. Sie zogen sich an. 

Gern würde ich mich heut noch einmal mit Omla unterhalten. In meiner Kindheit war sie die strenge dominante Frau, der man es nicht recht machen konnte. Viel zu spät bemerkte ich, welche Gene ich ihr zu verdanken habe.

Es ist ein komisches und zugleich aufregendes Gefühl, Vergleiche allein aus der geistigen Replikation meiner Kindheitserinnerungen zu vollziehen. Ich habe sie wirklich selten gesehen.

Ihr Urteil ist mir heute so viel wert, so schnell ist etwas zu spät.

Das Licht in Nachbars Küche geht aus, während die Katze genüsslich weiter frisst

 

Ja, die Winterzeit. Man beginnt zu denken. Wenn die Desperate Housewives-Folge mal wieder nicht laden will und man merkt, wie bequem man eigentlich geworden ist.

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