Fremdeln

Schon die alleinige Erwägung, einen anderen gut finden zu können, ist so erfrischend schön, belebend und befreiend, zugleich unheimlich schmerzvoll. Dabei ist es zwischen uns doch schon so lange aus.

Du bist ich, ich bin du. Wir sind wie ein Gefüge, wie zwei Magneten, die dabei zu sehr aneinander kanten, statt sich zu vereinen.

Ich habe dir gesagt, es ist für meinen Lösungsprozess Voraussetzung, dass du mir zeigst, du willst all das Vergangene wieder gut machen, meine Wunden heilen, schöne Pflastermuster malen. 

So gibst du mir nun das, was wir immer hätten haben sollen. Ich kann es dir nicht mehr entgegnen und spüre, wie du Angst vor einer Fehlinvestition hast. Sie wird dir nichts Neues bringen, sie ist ein Schuldenbegleichen. Ein ''Es ist zu spät'', eine Bemühung für das Vergangene.

Du bist kein Theoretiker. Ich weiß, dass es nicht leicht sein wird, wenn ich dir verdeutlichen muss, dass es keinen zukünftigen Gewinn gibt, der deine Bemühungen ausgleicht. Es ist der Gewinn des Friedens, der Gleichheit, der Harmonie und des Abschlusses. Dass du mit einem Abschluss konfrontiert wirst, da du doch endlich investierst, tut mir unheimlich weh.

Ich habe Angst davor, dass es dich noch weiter zurück schlagen wird, als zu dem Beginn, den du zu unserem hattest. Ich hoffe, dass es kein Ende, sondern ein glorreicher Anfang für dich wird. 

Du wirst immer mein sein und ich dein. Du weißt, dass wir Wir sind und ein Ich nie das gleiche sein wird.

Manchmal ist es besser für beide, sich aus der Ferne zu lieben. Solange wir wissen, was wir sind, muss es uns reichen.

Und vielleicht, da du ja kein Theoretiker bist, wird es gar nicht so schlimm sein. Verlass dich auf dein Gefühl, trag es bei dir und vertrau mir.